Leistungsschutzrecht: Nein Danke!

Aus Zeitmangel weise ich heute nur kurz auf das geplante Leistungsschutzrecht hin, das enormes Schadpotential hat, indem es gleich mehrere grundsätzliche Mechanismen, wie Webseiten funktionieren, und wie man im Internet zusammenarbeitet, de facto abschaffen würde - wenn es kommt, was für den Herbst diesen Jahres vorgesehen ist. Zu den abzuschaffenden Mechanismen gehören mindestens

  • das Zitat, und
  • das Verlinken anderer Webseiten

Das Zitat wird deswegen de facto verboten, weil fast jedes Weblog nach dem derzeitigen Stand als "gewerblich" gelten dürfte, und damit sind Zitate aller Art und jeder Länge im Prinzip lizenzpflichtig und damit abmahnfähig.

Das Verlinken wird dem Zitat gleichgestellt und ist daher aus den gleichen Gründen kaum noch tragbar. Nur welchen Sinn haben Webseiten, die nicht verlinken, und die auch nicht mehr verlinkt werden?

Meine Bewertung dieser Gesetzesinitiative lautet wie folgt:

Das Leistungsschutzrecht öffnet kommerziell motivierter Zensur Tür und Tor und macht, unter anderem, Weblogs zu einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko.

Selbst dieses Weblog hier, welches kaum Inhalte hat, scheint nach meiner bisherigen Einschätzung betroffen zu sein, und Weblogs, die weniger autistisch geführt werden, dürften sich gleich ganz erübrigen, weil die Betreiber einfach nicht darauf verzichten können, einen fremden Text zu zitieren. Fragen Sie sich selbst: Wie oft finden sich Artikel der Art "XY hat das hier gesagt: Zitat..., aber ich meine dazu Folgendes: ...". Und was wäre das Internet, wenn dort nicht mehr in derartiger Weise diskutiert werden könnte?

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